Beim Spinning wird das Radfahren von der Straße ins Fitnessstudio verlegt. Dies ist besonders für Radfahrer und Triathleten im Winter eine interessante Trainingsvariante. Aber auch für Neueinsteiger ist Indoorcycling ein optimaler Start ins Ausdauertraining.
Spinning ist ein Ausdauertraining, das sowohl das physische als auch das mentale Wohlbefinden der Teilnehmer steigert. In einer Gruppe wird unter Anleitung eines Instructors zu Musik geradelt. Mechanisch gesehen wirkt die Kraft beim Indoorbike auf einen starren Antrieb, der eine Schwungscheibe bewegt. Die Musik gibt die Trittfrequenz an. Den Widerstand bestimmt jeder Teilnehmer für sich selbst, indem er den Druck auf die Schwungscheibe einstellt.
Eine Spinningstunde ist vergleichbar mit einer Berg- und Talfahrt auf dem Fahrrad. Um warm zu werden, fährt man langsam los, d.h. die Tour beginnt auf dem Flachland. Nach den ersten Minuten auf flachem Untergrund kommt meistens der erste Hügel. Der Widerstand wird dabei deutlich erhöht und die Trittfrequenz gesenkt. Will man besonders steile Gipfel erklimmen, kann man sich aus dem Sattel heben und den Druck auf die Schwungscheibe sehr hoch einstellen. Oben angekommen folgt die Fahrt ins Tal. Entsprechend einer tatsächlichen Abfahrt wird der Widerstand deutlich zurückgenommen, so dass hohe Trittfrequenzen ermöglicht werden. Der Übungsleiter bestimmt lediglich das Profil der Strecke. Die Steigung an den Bergen kann jeder Teilnehmer mit Hilfe seiner individuellen mechanischen Widerstandsregulierung am Rad selbst einstellen. Wie die Stunde im Detail abläuft, hängt vom Instructor und im weiteren von seiner Ausbildung ab. Wie bereits beschrieben haben alle Programme einen eigenen Charakter. So bevorzugen es die einen, Übungen für den Oberkörper während der Fahrt einzubauen, während andere den Schwerpunkt auf imaginative Elemente legen. Nicht selten wird Indoorcycling an eine ganz eigene Philosophie geknüpft, die die Instructoren während ihrer Ausbildung annehmen und an ihre Kursteilnehmer weiter kommunizieren.
Am Ende der Stunde steht in der Regel ein entspannender Ausklang, in dem bei niedriger Intensität ausgefahren wird. Ein abschließendes Dehnprogramm für Muskeln und Bindegewebe darf dabei auch nicht fehlen. Die Fahrt auf dem Indoorbike beansprucht vorwiegend Grundlagenausdauer (GA1 und GA2) und ermöglicht hohe Gesamtenergieumsätze im Körper. Wer abnehmen will und ein passendes Workout sucht, hat deshalb mit Indoorcycling sicherlich eine gute Wahl getroffen. Rasante Talfahrten zu temporeicher Musik und Sprints sorgen nicht nur für Abwechslung, sondern verbessern zusätzlich die Koordination, Bewegungsschnelligkeit und die anaerobe Kapazität, also die Leistungsreserven, die für kurze intensive Belastungen erforderlich sind.
Vorsicht: Durch die entstehende Gruppendynamik wird man sehr leicht dazu verleitet, sich während der Stunde sehr hoch zu belasten. Wer sich vornimmt, Grundlagenausdauer auf dem Indoorcycle durchzuführen, sollte nicht ohne Pulskontrolle fahren und hohe Trainingsumfänge realisieren.
